Kollagen zählt zu den zentralen Strukturproteinen des menschlichen Körpers und übernimmt essenzielle Funktionen für die mechanische Stabilität und Hydratation der Haut. In der Dermis bildet es ein widerstandsfähiges Gerüst, das nicht nur der Haut Festigkeit verleiht, sondern auch als Interaktionsmatrix für Zellen der extrazellulären Matrix, wie dermale Fibroblasten, dient. In Kosmetikprodukten findet sich Kollagen meist in nativer oder hydrolysierter Form, wobei es aus tierischen Quellen wie Kalb, Schwein oder Fisch gewonnen werden kann. Natives Kollagen zeichnet sich durch seine tripelhelikale α-Kettenstruktur, spezifische Telopeptidregionen und die Fähigkeit zur Suprastrukturbildung aus – Eigenschaften, die für die biologische Aktivität entscheidend sind.
Parallel zur steigenden Nachfrage nach veganer Kosmetik etablieren sich zunehmend pflanzenbasierte Alternativen, die unter dem Label „veganes Kollagen“ vermarktet werden. Biochemisch handelt es sich dabei jedoch nicht um natürliches Kollagen, sondern um sogenannte Kollagen-Analoga oder Kollagenbooster. Diese umfassen biotechnologisch erzeugte Kollagenanaloga, pflanzliche Extrakte zur Stimulierung der Kollagensynthese oder strukturverwandte Moleküle, die funktionell ähnliche Wirkungen entfalten sollen. Diese kollagenähnlichen Ersatzstoffen (Analoga) unterscheiden sich fundamental in ihrer molekularen Organisation, insbesondere hinsichtlich Ursprungs, Glykosylierung, Telopeptidstruktur und supramolekularer Funktion.
Die Begriffsnähe zu tierischem Kollagen kann zu Fehlinterpretationen führen und unterstreicht die Notwendigkeit klarer Definitionen. Eine präzise biochemische Differenzierung ist daher essenziell – sowohl im wissenschaftlichen Diskurs als auch in der Verbraucherkommunikation –, um Wirkversprechen realistisch einzuordnen und regulatorischen Standards gerecht zu werden.