Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Professor Dr. Klaus-Peter Wittern, einer herausragenden Persönlichkeit der kosmetischen Wissenschaft, einem visionären Forscher, engagierten Verbandsvertreter und geschätzten Kollegen, der am 29.Juni 2026 gestorben ist.

Mit seinem Tod verliert die internationale Kosmetik- und Waschmittelbranche einen ihrer prägenden Wissenschaftler, Innovatoren und Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Industrie und Fachgesellschaften.

Professor Wittern wurde 1950 geboren. Nach seinem Studium der Physik an der Universität Hamburg promovierte er 1977 im Bereich der Physikalischen Chemie. Im selben Jahr trat er in die Beiersdorf AG ein und blieb dem Unternehmen bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2014 nahezu vier Jahrzehnte verbunden. In dieser Zeit prägte er die Entwicklung des Unternehmens in herausragender Weise. Als Wissenschaftler, Innovator und langjähriger Leiter der Forschung & Entwicklung stand er für wissenschaftliche Exzellenz, Neugier, Fortschritt und den Mut, neue Wege zu gehen. Sein Name ist mit bedeutenden Produktinnovationen verbunden, darunter die Einführung von Coenzym Q10 als Wirkstoff in der Hautpflege sowie die Entwicklung des NIVEA Black & White Deodorants – einer der erfolgreichsten Produkteinführungen in der Geschichte von Beiersdorf.

Viele Kolleginnen und Kollegen erinnern sich an einen inspirierenden Wissenschaftler voller Energie, visionären Gestalter und leidenschaftlichen Mentor, der andere für neue Ideen begeistern konnte. Seine tiefe Verbundenheit mit den Marken, Produkten und Menschen von Beiersdorf sowie sein unermüdlicher Einsatz für die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Innovation haben das Unternehmen nachhaltig geprägt.

Im Jahr 2003 wurde ihm nach erfolgreicher Habilitation die akademische Bezeichnung Professor durch die Universität Hamburg verliehen. Sein wissenschaftliches Wirken spiegelt sich in zahlreichen Veröffentlichungen, Patenten und Innovationen wider, die die moderne Hautpflege nachhaltig beeinflusst haben.

Neben seiner industriellen Forschung engagierte sich Professor Wittern in besonderem Maße für die Förderung der dermatologischen und kosmetischen Wissenschaft. Er hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung und Umsetzung der Stiftung für Hautphysiologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dieses Engagement unterstreicht sein Bestreben, Grundlagenforschung und industrielle Anwendung zum Nutzen der Verbraucherinnen und Verbraucher miteinander zu verbinden.

Seine wissenschaftliche Kompetenz verband Professor Wittern stets mit außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement. Bereits 1978 trat er der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik (DGK e. V.) bei. Von 1982 bis 1987 war er Mitglied der Fachgruppe „Hautpflegemittel“. Seit 1994 gehörte er dem Präsidium der DGK an und führte die Gesellschaft von 2001 bis 2005 als Präsident. Mit großem Engagement gestaltete er die wissenschaftlichen Ziele und Inhalte der Gesellschaft und prägte über viele Jahre ihre Entwicklung. Für seine außergewöhnlichen Verdienste um die wissenschaftliche und angewandte Kosmetik wurde ihm 2013 die Ludwig-Wilhelm-Masch-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen der DGK e.V., verliehen.

Auch international genoss Professor Wittern höchstes Ansehen. Von 1996 bis 2002 gehörte er dem Präsidium der International Federation of Societies of Cosmetic Chemists (IFSCC) an und war von 2000 bis 2001 deren Präsident. Unter seiner Leitung fand im Jahr 2000 in Berlin einer der erfolgreichsten IFSCC-Weltkongresse statt. Mit Weitblick und diplomatischem Geschick stärkte er die internationale Zusammenarbeit der kosmetischen Wissenschaft nachhaltig.

Ein weiteres zentrales Kapitel seines Wirkens war sein außergewöhnliches Engagement für die SEPAWA e. V. Im Jahr 2008 wurde Professor Wittern in den Vorstand gewählt und übernahm im Oktober 2010 für sechs Jahre den Vorsitz der Vereinigung.

Während seiner Amtszeit entwickelte sich die SEPAWA in beeindruckender Weise weiter. Die Teilnehmer- und Ausstellerzahlen des Jahreskongresses stiegen kontinuierlich, die Internationalisierung der Vereinigung wurde entscheidend vorangetrieben und neue wissenschaftliche Formate wurden etabliert. Maßgebliche Impulse setzte Professor Wittern mit der Einführung des Forums für Innovationen einschließlich der Vergabe von Innovationspreisen sowie mit der Integration der Deutschen Gesellschaft für Kosmetik in den Kongressablauf. Gemeinsam mit weiteren Vorstandsmitgliedern initiierte und verwirklichte er die SEPAWA-Stiftungsprofessur an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe – ein nachhaltiger Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Ebenso unterstützte er mit Weitblick die Entscheidung, den stetig wachsenden Jahreskongress ab 2017 nach Berlin zu verlegen.

Für diese außergewöhnlichen Verdienste wurde Professor Wittern mit der Ehrennadel in Gold der SEPAWA ausgezeichnet. Sie würdigt sein hohes persönliches Engagement, seinen Ideenreichtum, seine Zielstrebigkeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung unserer Vereinigung.

Wer Professor Wittern begegnete, erlebte einen Wissenschaftler mit außergewöhnlicher fachlicher Autorität, gepaart mit Offenheit und großer menschlicher Wärme. Er war stets ein interessierter und aufgeschlossener Gesprächspartner, dessen Rat und Urteil hohes Ansehen genossen. Viele von uns verdanken ihm wertvolle Impulse, kluge Hinweise und persönliche Ermutigung. Er verstand es wie kaum ein anderer, Menschen zusammenzuführen, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern und Begeisterung für Forschung und Innovation zu wecken.

Mit Professor Dr. Klaus-Peter Wittern verlieren wir einen bedeutenden Wissenschaftler, einen visionären Gestalter, einen wichtigen Mentor und einen geschätzten Weggefährten. Sein Wirken hat die Entwicklung von Beiersdorf, der DGK, der IFSCC, der SEPAWA sowie der kosmetischen und dermatologischen Wissenschaft nachhaltig geprägt. Sein wissenschaftliches Vermächtnis und sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement werden weit über seine Lebenszeit hinaus Bestand haben.

Als einem Physiker war Prof. Dr. Wittern bekannt, dass Energie nie verschwindet. In diesem Sinne wird seine Energie, die er in die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Kosmetik eingesetzt hat für immer bleiben. 

Der weise Salomon schrieb einst: „Ein guter Name ist besser als gutes Öl …“ .

Der Name Klaus Peter Wittern wird in der internationalen Kosmetikfamilie immer in guter Erinnerung bleiben. 

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Wir werden Professor Dr. Klaus-Peter Wittern ein ehrendes Andenken bewahren.


Robert Fischer
im Namen von SEPAWA e.V., DGK e.V. und SOFW Journal

Zurück nach oben