Mehr Kapazität, mehr Raum für Innovationen: „Power Up“ für Emollients und Emulgatoren bei BASF in Düsseldorf

Interview mit Johannes Crotogino,
Market Development Manager Skin Care EMEA, BASF

Angetrieben von sich stetig verändernden Marktanforderungen hat BASF die Produktionskapazitäten für Emollients und Emulgatoren an ihrem Standort in Düsseldorf signifikant ausgebaut. Im Gespräch mit Johannes Crotogino bei BASF, verantwortlich für die Marktentwicklung im Bereich Skin Care in EMEA, beleuchten wir, welche Vorteile diese Erweiterung für Kunden bietet, wie sie die Marktdynamik beeinflusst und welche Impulse sie für zukünftige Innovationen in der Formulierung gibt.

Was hat BASF dazu bewogen, ihre Produktionskapazitäten für Emollients und Emulgatoren am Standort Düsseldorf zu erweitern? 

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach effizienten Emollients und Emulgatoren stark gestiegen – insbesondere nach solchen, die den Ersatz von Silikonen und anderen Inhaltsstoffen ermöglichen, die vonseiten des Gesetzgebers oder Verbrauchern unter Beobachtung stehen. Das wachsende Interesse an naturbasierten Pflegeprodukten, nachhaltiger Beschaffung und innovativen Texturkonzepten verändert die Landschaft der Körperpflegeprodukte mit großer Geschwindigkeit.

Um unsere Kunden bei diesen Veränderungen zu unterstützen, haben wir proaktive Maßnahmen ergriffen: Wir haben unsere Produktionskapazitäten an unserem Standort in Düsseldorf, dem drittgrößten Standort der BASF in Europa und unserem weltweit wichtigsten Standort für die Produktion und Entwicklung von kosmetischen Inhaltsstoffen, deutlich erhöht. Dieser Schritt stellt sicher, dass wir Emollients und Emulgatoren mit größerer Zuverlässigkeit, schnellerer Durchlaufzeit und einer besseren Reaktionsfähigkeit auf dynamische Marktveränderungen liefern können.

Was macht Düsseldorf zu einem so wichtigen Standort für diese Expansion?

Düsseldorf ist ein idealer Ankerpunkt für unser globales Netzwerk für kosmetische Inhaltsstoffe. Es verbindet eine umfangreiche Produktionsinfrastruktur mit fundiertem Know-how im Bereich der Formulierungsentwicklung und bietet damit das perfekte Umfeld für die Skalierung sowohl ausgereifter als auch innovativer Technologien. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage stehen wir weiterhin fest zu unserem Düsseldorfer Standort und investieren dort. Durch die Kapazitätserweiterung für Emollients und Emulgatoren stärken wir eine robuste lokale Produktionsbasis in Europa, die die Versorgungssicherheit erhöht und Risiken durch Nachfragespitzen oder Marktvolatilität mindert. 

Welche konkreten Vorteile bietet die Kapazitätserweiterung aus Kundensicht?

Für unsere Kunden ergeben sich drei wesentliche Vorteile: Erstens bedeutet die Kapazitätserweiterung mehr Planungssicherheit und optimierte Flexibilität bei der Beschaffung. Unsere Kunden profitieren von einer widerstandsfähigeren Lieferkette und einer zuverlässigen Verfügbarkeit von Kerninhaltsstoffen für Hautpflege- und Sonnenschutzprodukte. Zweitens können Kunden mit mehr Kapazität schneller skalieren und eine größere Bandbreite an Formulierungsmöglichkeiten ausprobieren.

Und schließlich bieten wir zwar bereits eines der umfassendsten Portfolios an Emollients und Emulgatoren auf dem Markt an – darunter Lösungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe, Silikonalternativen und multifunktionale Lösungen –, aber mehr Produktionskapazität gibt uns die Freiheit, unsere Forschungs- und Entwicklungsbemühungen noch weiter zu intensivieren und die Entwicklung innovativer Inhaltsstoffe zu beschleunigen. Dies wird unseren Kunden in Zukunft noch mehr Formulierungsspielraum bieten.

Sie sagten, BASF biete eine große Auswahl an Emollients und Emulgatoren an, darunter auch Lösungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Wie passt das zu den aktuellen Formulierungstrends?

Die heutige Formulierungslandschaft wird von zwei starken, konvergierenden Kräften beeinflusst: dem globalen Trend zu natürlichen und erneuerbaren Inhaltsstoffen und der zunehmenden Abkehr von Silikonen, insbesondere von flüchtigen und cyclischen Typen. Diese Dynamik hat einen starken Einfluss darauf, wie Marken Texturen, sensorische Profile und zertifizierungsfähige Formulierungen gestalten – und das Emulgator- und Emollient-Portfolio von BASF ist genau dafür positioniert.

Einerseits sind Emulgatoren auf natürlicher Basis, wie z. B. Zucker, Aminosäure und Polyglycerin, wesentliche Bausteine für moderne Formulierungen. Sie ermöglichen es Marken, strenge Öko-Label-Anforderungen und einen hohen ISO 16128-Index zu erfüllen und gleichzeitig Formulierungsstabilität, eine gute Verteilbarkeit und ein angenehmes Hautgefühl zu erzielen. Ihre Beliebtheit hängt stark mit den Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Transparenz, biologischer Abbaubarkeit und Formulierungen auf natürlicher Basis zusammen.

Andererseits hat das Bestreben der Industrie, Alternativen zu Silikonen zu finden, die Arbeit der Formulierer zusätzlich erschwert. Silikone wie Dimethicone werden wegen ihres leichten, seidigen sensorischen Profils und ihrer hervorragenden Leistung geschätzt – aber sie zu ersetzen ist nicht einfach. Nachwachsende Emollients verhalten sich oft anders, und um ein gleichwertiges sensorisches Ergebnis zu erzielen, müssen sowohl die Emollientkombinationen als auch die Emulgatorsysteme sorgfältig ausgewählt werden.

Wie unterstützt BASF Formulierer bei dieser Herausforderung?

Unser umfangreiches Produktsortiment ist natürlich von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus schätzen unsere Kunden aber auch die fundierte Unterstützung, die wir ihnen bei der Auswahl der für ihre individuellen Anwendungsanforderungen am besten geeigneten Inhaltsstoffe aus unserem Portfolio bieten. Zu diesem Zweck haben wir den Emollient Maestro entwickelt, eines unserer innovativsten digitalen Tools. Mithilfe wissenschaftlicher Modelle und eines KI-gestützten Algorithmus können Formulierer damit Emollient-Mischungen mit außergewöhnlicher Präzision entwerfen und vergleichen. Er kann sensorische Profile, physikalisch-chemische Eigenschaften, die Einhaltung von Umweltlabeln und Indizes für erneuerbaren Kohlenstoff bewerten, wodurch es viel einfacher wird, Alternativen zu herkömmlichen Inhaltsstoffen wie Dimethiconen oder Cyclopentasiloxanen zu finden. Mit mehr als 5.000 binären und 150.000 ternären theoretischen Kombinationen verkürzt Emollient Maestro die Entwicklungszyklen erheblich, unterstützt regulatorisch bedingte Reformulierungsprojekte und ermöglicht es Marken, Produkte mit maßgeschneiderten sensorischen Eigenschaften zu entwickeln.

Die zusätzliche Produktionskapazität ergänzt dieses Tool perfekt: Sobald die Formulierer die ideale Mischung gefunden haben, können wir sie mit der erforderlichen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit liefern.

Wie wird diese Erweiterung Ihrer Meinung nach die Zukunft der Innovationen im Bereich Körperpflege prägen?

Die Branche entwickelt sich schneller denn je. Marken stehen unter dem Druck, nachhaltige, leistungsstarke und gesetzeskonforme Produkte zu liefern – und das alles gleichzeitig. Mit unseren erweiterten Kapazitäten erfüllen wir nicht nur die aktuellen Anforderungen, sondern schaffen auch Raum für die nächste Generation von Emollients und Emulgatoren, die die Formulierungen von morgen bestimmen werden.

Unser Ziel ist es, Kunden die Möglichkeiten zu geben, hochinnovativ zu sein, egal ob sie erneuerbare Alternativen zu Silikonen entwickeln, anspruchsvolle sensorische Erlebnisse schaffen oder komplexe Anforderungen an Umweltlabels erfüllen. Wir verfügen über die Kapazitäten und die Technologie, um diese Ambitionen in großem Maßstab voranzutreiben.


https://care360.basf.com/emea/en/industries/personal-care

 

 

Zurück nach oben